Bist du schon einmal abends als es dunkel war in dein Zimmer gegangen und hast ohne Erfolg den Lichtschalter gesucht, weil es keinen gab?
Wie oft hast du schon unfreiwillig geduscht?
Wie weit bist du schon gelaufen, um den Akku deines Laptops aufzuladen?
Hast du schon mal einen ganzen Nachmittag gebraucht um deine Kleider zu waschen und dir dabei Blasen geholt?
Wahrscheinlich eher selten.
Hier habe ich dies jedoch schon selbst erlebt, ja, sie gehören zu meinem Alltag.
Oder hast du dir schon mal darüber Gedanken gemacht, dass die Tankstelle kein Benzin haben könnte?
Oder hast du schon mal den Wasserhahn aufgedreht, aber es kam kein Wasser heraus?
Immer wieder wird mir bewusst, wie selbstverständlich so vieles für uns ist. Selbstverständlich … es versteht sich von selbst. Man macht sich keine Gedanken darüber … und schätzt es kaum.
Nein, hinterm Mond sind wir hier nicht. :) Wir sind nur in einem ländlichen Ort in einem armen Land, dazu ausserhalb des Stromnetzes. Angeblich wird der Strom im Ort eh vor allem für Musik und den Fernseher gebraucht, gewaschen wird trotzdem von Hand.
Es war schon gewöhnungsbedürftig, doch geniesse ich viele Aspekte davon auch: ganz andere Werte rücken in den Vordergrund, Dinge werden bewusst wahrgenommen und geschätzt, die in der westlichen Welt nur an einem vorbei ziehen, es ist mehr Zeit da um im Schein von Öllampen abends miteinander zu reden, zu scherzen … und beizeiten zu Bett zu gehen.
Ich benutze also täglich meine Stirnlampe, erfreue mich erfrischender Duschen (vorzugsweise abends, wenn sich das Wasser doch etwas aufwärmen konnte), versuche meine Laptopakku zu schonen, damit er bis zum nächsten Gang in den Ort noch dienen kann. Von Hand Kleider zu waschen ist gar nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ja, und auch der Weg zum Einkaufen ist etwas länger als üblich … ich glaube ich habe mich noch nie so über einen Einkauf gefreut wie gestern, als wir wieder mit frischem Obst und Gemüse versorgt wurden!
Und ich möchte viel bewusster auf alle Segnungen achten, Gott dafür Danke sagen und mich nicht einfach vom Strom der Zeit, der Zivilisation und des Komforts mitreissen lassen.
Wofür möchtest du heute Danke sagen, das du bisher als selbstverständlich unbeachtet gelassen hast? Selbstverständlich … versteht es sich von selbst? Wir sind reich gesegnet! Versteht es nicht von selbst, dass wir Gott dafür loben?!
Aus Honduras,
Manu
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